„Ein Wesen, das verachtet seinen Stamm, kann nimmer fest begrenzt sein in sich selbst.“shen

William Shakespeare

 

Geschichte

Das Familienstellen ist eine psychotherapeutische Methode, die Mitte der 70er Jahre in Deutschland von Bert Hellinger gegründet wurde und auf systemischen, psychologischen, philosophischen, phänomenologischen und spirituellen Erkenntnissen basiert. Bis zum heutigen Tag entwickelt sich diese noch junge Disziplin dementsprechend laufend weiter. Im Laufe der Entwicklung der Familienaufstellungen wurde auch erkannt, dass ebenso nicht-familiäre Strukturen, wie z.B. Arbeitsteams, Sportmannschaften, etc. im Rahmen einer Systemaufstellung aufgestellt werden können.

 

Theoretische Grundlagen

Der Mensch neigt dazu, seine Gefühle räumlich auszudrücken, so kann mir zum Beispiel jemand nahestehen oder ich halte ihn auf Abstand. Bei Familienaufstellungen wird diese uns innewohnende räumliche Vorstellung zur Abbildung von Beziehungen mit Hilfe von Stellvertretern (anderen Personen) oder Gegenständen genutzt.

Häufig sind die vom Klienten eingangs aufgestellten Beziehungsmuster, vor allem innerhalb der Familie, nicht im Einklang mit dem was sein Unterbewusstsein, seine Seele, wirklich will und was der guten Ordnung des Systems entsprechen würde. Dies kann zu emotionalen Ungleichgewichten führen, die uns ein Leben lang begleiten, ohne dass wir ihre Ursache tatsächlich in Worte fassen könnten. Durch das Familienstellen können im ersten Schritt diese Muster aufgezeigt und so auch durch den Klienten wahrgenommen werden. In weiteren Schritten können sich Lösungen für den Klienten vollziehen, indem eine unterbrochene Bewegung der Seele in der Aufstellung weitergehen kann und zu ihrem Ziel findet.

Dabei geht die Aufstellungsarbeit davon aus, dass wir eingebunden sind in Kräfte, die weit über uns hinausreichen, in sogenannte systemische (wissende) Felder. Bert Hellinger hat in seiner Arbeit beobachtet, dass der Mensch als Individuum in eine Familienseele eingebunden ist und diese wiederum in eine kollektive Seele. Auch Natur-Wissenschaftler, wie zum Beispiel der Biologe Rupert Sheldrake, der die Existenz von wissenden (morphischen) Feldern in der Natur postuliert oder der Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr, der feststellte, dass sich die moderne Quantenphysik mit den Wissen der alten Weisheitslehren deckt, stützen diese Hypothese.

 

Ablauf

Ich orientiere mich bei meiner Arbeit an der als „Bewegung der Seele“ genannten Strömung innerhalb dieser Disziplin. Hierbei wird weitgehend im Schweigen gearbeitet, aber die Stellvertreter sind aufgefordert, ihren Bewegungsimpulsen nachzugeben und können ihre Position im Ausgangsbild während der Aufstellung wechseln. Neben der meist üblichen Anwendung des Familienstellens in größeren Gruppen biete ich das Familienstellen im Einzelsetting an, dort werden neben der Live-Aufstellung zu zweit mit dem Therapeuten statt der Stellvertreter Figuren, Stühle, Bodenanker o.ä. eingesetzt, um die Beziehungsgeflechte räumlich abzubilden.

Der Vorteil der Einzelsitzung ist es, dass der Klient im Vorgespräch mit dem Therapeuten sein eigentliches Anliegen noch besser herausarbeiten kann. Auch kommen oft Menschen zuerst zu einer Einzelsitzung, weil sie noch nicht bereit sind, ihr Anliegen mit einer größeren Gruppe zu teilen.